Vor rund 1.000 Zuhörerinnen und Zuhörern wurde der Paderborner Dom zur Gebetsstätte aus Klang und Licht. Gesang, Stille und Kerzenschein fügten sich zu einer dichten, zugleich schlichten Atmosphäre.
Gesang als gemeinsames Fundament
Im Zentrum standen die meditativen Taizé-Gesänge. Die beteiligten Chöre aus Erwitte, Iserlohn, Meschede, Rheda-Wiedenbrück, Neheim und Neheim-Hüsten trugen den Gemeindegesang sicher und unaufdringlich, mit klarer Mehrstimmigkeit und feinem Gespür für Dynamik. Nichts drängte sich in den Vordergrund – und gerade darin lag die Stärke des Abends.
Besonders eindrucksvoll war das Zusammenspiel der unterschiedlichen Chortraditionen aus dem Erzbistum Paderborn. Verschiedene Stimmen anden zu einem gemeinsamen Klang. Das war kein Nebeneinander, sondern hörbar gewachsene Einheit.
Raum, Klang und Stille
Der weite Domraum lebte vom Wechsel zwischen Chor und Gemeinde, kurzen instrumentalen Impulsen und bewusst gesetzten Momenten der Stille. Das Licht der Kerzen nahm dem Raum jede Schwere. Die Musik wollte nicht beeindrucken, sondern tragen – als Gebet, nicht als Konzert.
Die große Zahl der Mitfeiernden ließ sich darauf ein. Im ruhigen Puls der Gesänge entstand jene schlichte, tragfähige Klangfläche, die sammelt und verbindet.
Ein gutes Zeichen der Zusammenarbeit
Die „Nacht der Lichter“ zeigte vor allem eines: Zusammenarbeit wirkt. Wenn Chöre aus verschiedenen Regionen gemeinsam gestalten, entsteht mehr als die Summe einzelner Beiträge. Der Abend war dafür ein starkes, hörbares Zeichen – und ein schönes Beispiel dafür, wie kirchenmusikalische Vernetzung im Erzbistum konkret Gestalt gewinnt.
Tobias Leschke