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Klangraum Kirche
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Österliche Liederschließung

4. Mai 2022
Neuigkeiten
Österlicher Aufbruch zeigt sich auch in Jahrhunderte alten und modernen Liedkompositionen. Drei Kirchenmusiker(innen) stellen jeweils ein ihnen ans Herz gewachsenes Osterlied vor und erläutern dessen Hintergrund.

Christ ist erstanden

Nicht nur Johann Sebastian Bach hat eine Vielzahl an Bearbeitungen des Chorals vorgenommen, auch andere Komponisten, wie Franz Schubert, haben diesen Choral immer wieder aufgegriffen und neu interpretiert. 

Christ ist erstanden: bei uns im Gotteslob unter der Nummer 318 zu finden, sowie im Evangelischen Gesangbuch unter Nummer 99, gehört der Choral zu den ältesten liturgischen Gesängen in deutscher Sprache. Die erste textliche Erwähnung stammt aus Salzburg um das Jahr 1150.

Für mich ist Christ ist erstanden einer der schönsten Osterchoräle. Im ersten Vers wird ein zentraler Glaubenssatz der Kirche ausgedrückt, dass Christus auferstanden ist und alle Schmerzen überwunden hat. Daraus resultiert, dass ich fröhlich und hoffnungsvoll sein darf. So wird es auch noch einmal im dritten Vers bestätigt. Wäre dieser Liebesakt Gottes nicht gewesen, so wäre alles auf Erden zukunftslos und somit nichtig, so heißt es im zweiten Vers. 

Ein zeitloser Choral, der uns alle durch seine monumentale Melodik und der so tiefen Wahrheit und Wirklichkeit unseres Glaubens auf das hinweist, was diese Welt in ihrem Inneren trägt und hält, nämlich Gott selbst, in der Spannung der Dreifaltigkeit mit seinem Sohn und dem Heiligen Geist. So lasst uns fröhlich sein! 

Christian Ortkras 

Improvisation von Marcel Eliasch

https://www.youtube.com/watch?v=ZibQGxXmbpc

Halleluja, lasst uns singen!

Die Melodie ist von Joseph Hermann Mohr komponiert und 1891 in seinem Gesangbuch „Psälterlein“ zu finden. Es wird die Osterfreude im strahlenden F-Dur hörbar. Sie ist eingängig und gut mitzusingen. Die erste Strophe des Textes stammt vom Komponisten der Melodie, die zweite Strophe von Friedrich Klopstock 1769, die dritte und vierte Strophe ist in Trier entstanden und die fünfte Strophe schuf Heinrich Bohne in dessen Gesangbuch „Cantate!“ (1851). Der Sänger des Liedes wird durch den Text aktiv angesprochen, zu singen und zu preisen. Den fünf Strophen wohnt ein kleines Glaubensbekenntnis inne. Als an Ostern 2007 der Regensburger Domorganist über dieses Lied improvisierte, wurde für mich die Auferstehung und die Freude über das Osterereignis so hör- und spürbar, dass ich mich entschlossen habe, das Orgelspiel zu erlernen, um auch über die Musik den Menschen Hoffnung, Zuversicht und Freude zu bereiten. Ein Wunsch dem ich bis heute nachgehe. Dieses Lied an Ostern erinnern mich jährlich wieder daran!   

Maximilian Wolf

Orgelimprovisation von Maximilian Wolf

Jesus lebt, mit ihm auch ich!

Das Lied steht im Gotteslob unter der Nummer 336. 4 der 6 Strophen haben den Eingang in das neue Gesangbuch gefunden. Der Liedtext aus dem Jahre 1757 entstammt der Sammlung “Geistliche Oden und Lieder” von Christian Fürchtegott Gellert, die Melodie komponierte der kath. Pfarrer Albert Höfer.

Text und Melodie gehören ursprünglich nicht zusammen, ergänzen sich aber hier wunderbar. Jede Strophe beginnt mit der klaren Glaubensaussage “Jesus lebt”, von der Melodie bekräftigt durch einen fanfarenähnlichen Beginn.  Trotz des 4/4 Taktes entwickelt die eingängige  Melodie durch lebhafte Achtelbewegungen und bewusst eingesetzte  Sprünge eine tänzerische Leichtigkeit und Fröhlichkeit, die sich beim Singen gleich überträgt.

Inhaltlich wird das Heilsgeschehen von Ostern in Beziehung zum eigenen Leben und Sterben gesetzt. An das Ende jeder Strophe setzt der Dichter sein Credo “Dies ist meine Zuversicht”.

Fazit: Ein Osterlied, das von einem großen Gottvertrauen getragen ist und auch uns heute noch Mut machen kann, auch, und vielleicht besonders in der Unsicherheit dieses Jahres 2022!

Martina Schlak

Orgelimprovisation von Marcel Eliasch an der Fischer + Krämer- Orgel in der Propsteikirche St. Magnus (Marsberg) im Stile Louis Viernes.

Marcel Eliasch studiert kath. Kirchenmusik im letzten Master- und als erster Student der Hochschule für Musik Detmold im vorletzten Konzertexamenssemester Orgelimprovisation. Internationale Preise, Meisterkurse und Auftritte weisen auf seine rege Konzerttätigkeiten hin.