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Klangraum Kirche
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Rezension – Festliche romantische Orgelmusik

21. März 2022
Orgelliteratur
Leichte Prä- und Postludien des 19. Jahrhundert Hrsg. Andreas Rockstroh, Bärenreiter-Verlag | Spielpartitur, Sammelband - Geheftet A11260, 22,95 €

Zur musikalischen Begleitung des Gottesdienstes sind im 19. Jahrhundert viele Orgelkompositionen entstanden, die für Anfänger und Geübte gleichermaßen gedacht waren. Michael Gotthard Fischer (1773–1829), Adolph Hesse (1809–1863) und Gustav Adolf Merkel (1827–1885) gehören zu den bekanntesten Komponisten solcher Gebrauchsliteratur. Biographische Anmerkungen zu den Komponisten sind am Ende des Bandes in Deutsch und Englisch aufgeführt. 

Diese und viele weitere Komponisten stellt Andreas Strohrock – der schon zahlreiche Sammelbände bei Bärenreiter herausgegeben hat (z. B.: Orgelmusik zu Lob und Dank) – in der vorliegendne Ausgabe zusammen, um gleichermassen für versierte Organisten, aber inbesondere auch für Anfänger bzw. insbesonders für nebenamtliche Kirchenmusiker ein Kompendium an Vor- und Nachspielen (im festlichen Stil) anzubieten.

Die allermeisten Stücke erweisen sich als kurz und ‚griffig‘ (brauchen in der Notenausgabe tatsächlich 1-2, aber höchsten drei Druckseiten); das heisst: sie entsprechen der Intention, Gebrauchsmusik für den Alltag sein zu wollen; größtenteils im homophonen Stil mit einfachen Pedallinien.

Ein Beispiel: Postludium in g-Moll von Adolf Hoffmann. Der unisono drei Achtel-Auftakt und die sich anschliessenden Viertel-Akkorden mit nachschlagendem Pedal sind das motivisch-thematische Material des Stückes, das in kompakter Art und Weise kadenziell durchgeführt wird (über Dominante, Doppeldominate – Rückführung über den Neapolitaner) und mit vorgeschlagenem Manualwechsel eine knappe aber durchsichtige Dreigliedrigkeit erkennen lässt.

Kurz und griffig eben sind diese Stücke – die auch über die Beispiele mancher Orgelschulen hinaus interessantes Neuland für den Unterricht bieten.

Dr. Hans-Peter Retzmann