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Klangraum Kirche
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13.08.2023
Arnsberg-Neheim
Neuigkeiten

Verabschiedung von Hartwig Diehl als Dekanatskirchenmusiker

Nach vielen Jahrzehnten Tätigkeit wurde DKM Hartwig Diehl am 13. August 2023 feierlich verabschiedet. Auf dem Programm standen eine Messe, ein Empfang und ein Konzert. DKM Harald Gokus würdigt seine Arbeit im nachfolgenden Text.

Lieber Hartwig,

 

als vor ein paar Wochen die Bitte an mich herangetragen wurde, als erfahrener DKM einige Dankesworte aus dem Kreis der Kollegen zu formulieren, war ich zunächst etwas ratlos, da wir uns in den letzten Jahren außer den gemeinsamen Sitzungen im Liborianum zweimal jährlich ja kaum begegnet sind.

Da ich Dich als Kollegen aber immer sehr geschätzt habe und je mehr ich darüber nachdachte, kamen mir dann schließlich doch einige Erinnerungen an gemeinsame Stunden und Erlebnisse der Vergangenheit in den Sinn.

So waren es anfangs neben dem Tagesgeschäft vor allem die geselligen Runden, wo ich Dich als humorvollen, lustigen, zu Späßen aufgelegten Kollegen kennengelernt habe. Da hielt das Kirchenchor- und mehr noch das Männerchorwesen so manche Anekdote bereit, von denen Du dann auch zünftig zum Vergnügen aller zu erzählen wusstest und wir haben viel gelacht.

Unvergessen geblieben ist mir natürlich die einwöchige Musicalfreizeit vor fast 20 Jahren im Juli 2004 in Olpe am Biggesee, gemeinsam gestaltet von Dir und mir, Dieter Moers und unserem leider viel zu früh verstorbenen Kollegen Peter Karner.

30 Familien mit ihren 5 bis 17jährigen Kindern, die größtenteils vorher noch nie mit Chorsingen in Berührung gekommen waren, studierten in dieser Woche das Musical „Trau‘n wir und den Wolken nach“ unter fachkundiger Leitung ein, bauten Kulissen, fertigten Kostüme und engagierten sich bei der Freizeitgestaltung. Am Ende gab es eine gelungene Aufführung der über 100 Teilnehmenden mit professioneller Bühne, Lichttechnik und Band in der Olper St. Martinuskirche.

In dieser Woche konnte ich hautnah miterleben, wie Du durch Deine offene und herzliche Art Klein und Groß gleichermaßen in den Bann ziehen konntest.

Dabei fehlte es nie an Professionalität und wir Kollegen konnten Dich als ausgesprochenen Teamplayer erleben. Du hast wesentlich dazu beigetragen, dass diese Musicalfreizeit ein voller Erfolg wurde.

Ging es um die Aufgabenverteilung (bedeutet „Arbeit“) bei unseren Sitzungen im Kollegium, hast Du Dich nie drum herumgedrückt – Du warst immer an vorderster Stelle dabei. Besonders bei großen Aufführungen mit zahlreichen Chören hast Du die Initiative ergriffen, die Probenarbeit und die Leitung der Aufführung übernommen. Ich denke dabei insbesondere an die großen Diözesankirchenchortage mit mehreren tausend Sängerinnen und Sängern im Paderborner Dom oder auch Deine leitende Hand bei zahlreichen Diözesankinder- und Jugendchortreffen mit hunderten Choristen.

Wie ich recherchieren konnte, war Dir gerade die Förderung des Nachwuchses stets ein Herzensanliegen. Du hast zahlreiche nebenamtliche Kirchenmusiker im Rahmen des C-Kurses ausgebildet und Generationen von Schülern in Klavier und Orgel unterrichtet – viele davon hast Du in eine professionelle Musiklaufbahn entlassen.

Du warst Chorleiter des MGV Frohsinn Neheim, hast 20 Jahre den Kinderchor „Piccolo“ und ebenso lang den Chor „Amicitia“ in Garbeck geleitet. Zuletzt waren die beiden gemeinsam wirkenden Chöre der Kantorei an St. Johannes und der Kirchenchor St. Michael in Deiner Obhut sowie das seit 1989 bestehende Ensemble „Neuer Chor“. Wie man lesen konnte, genießt dieser Konzertchor weit über die Region hinausgehende Reputation, u. a. wurden drei CDs mit anspruchsvollen Werken produziert.

Als künstlerischer Leiter und Mentor der Konzertreihe RESONANZ – Musik in St. Johannes ist es Dir immer wieder gelungen, mit anspruchsvollen Programmen eine große Frequenz von Besuchern und Abonnenten zu erreichen.

Eines Deiner großen Anliegen – ich zitiere: „ die Mauern der Kirche durchlässig zu machen für weltliche Musik von außen und für Kirchenmusik nach draußen“ findet Ausdruck in der maßgeblich von Dir initiierten jährlichen Veranstaltung „Toccata Open Air“ auf dem Marktplatz vor dem Neheimer Dom. Dabei wird die Orgel per Video auf die große Leinwand nach draußen getragen. Bei diesem auch gesellschaftlich bedeutenden Event wird der Markt mit der Kirche gemeinsam zum Klangkörper.

Du sagtest einmal: „Es vergeht keine Nacht, in der ich nicht von Musik träume. Ich werde wach und habe was im Kopf gewälzt“

So sind wohl einige Kompositionen für Chöre, Klavier und Orgel entstanden. Das herausragendste Werk ist dabei sicherlich das Franz-Stock-Oratorium „VIDEO PACEM“ – uraufgeführt 1998 in Chartres. Es erklang später auch in Neheim sowie in Schmallenberg und hat Heimatbezug, beinhaltet aber auch eine europäische Friedensbotschaft.

Nun vielleicht noch etwas Persönliches zum Schluss:

Ich sagte ja eingangs, dass wir in den letzten Jahren nicht so viel miteinander zu tun hatten. Dennoch gab es in jüngster Zeit eine für mich bewegende Begegnung, an die Du Dich bestimmt auch noch erinnern wirst. Nämlich als in der ersten Zeit der Pandemie nach dem plötzlichen Stillstand der Chorarbeit und unseren sonstigen Aufgaben panisch nach anderen Aufgaben gesucht wurde und die Idee aufkam, Tutorials für die Veröffentlichung im Internet zu erstellen. Durch einen Fehler beim Abspeichern am Computer hatte ich meine gesamten über Tage und Wochen erstellten Aufzeichnungen für das Tutorial gelöscht und wusste nicht mehr weiter. In dieser für mich unglücklichen Situation warst sofort Du derjenige, bei dem ich Rat einzuholen gedachte. Bei unserem Telefonat ist es Dir dann auch schnell gelungen, mich wieder aufzubauen und eine Lösung zu finden. An dieser Stelle noch mal meinen herzlichen Dank dafür!

Sicherlich können diese kurzen Einblicke in unsere persönliche gemeinsame Wegstrecke sowie einige dargelegte Aspekte Deines Wirkens als Regional- bzw. Dekanatskantors nur einen kleinen Ausschnitt Deiner 40jährigen Tätigkeit würdigen. Ich bin mir aber gewiss, dass Dich viele Kolleginnen und Kollegen so oder ähnlich erlebt haben: freundlich und hilfsbereit, kollegial, kompetent und inspirierend, sowohl ernsthaft als auch humorvoll, ein Teamplayer.

Im Namen aller sage ich daher:

Danke, lieber Hartwig für die schöne Zeit mit Dir, Deinen Humor und die Leichtigkeit, die Dinge anzugehen.

Bleib wie Du bist und möge die Zukunft im Ruhestand noch viele schöne Dinge für Dich bereithalten.

Ad multos annos!

 

DKM Harald Gokus

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